Der berühmte Dirigent und Komponist Leonhard Bernstein hat einmal gefragt:,,
Wo sind eigentlich die Konzerte für junge Leute geblieben?." Er hat damit
ausgedrückt, dass man mit dem Musikhören und Musikmachen nicht früh genug
anfangen kann. Das ist ganz ähnlich wie beim Schlittschuhlaufen oder
Fahrradfahren, aber auch beim Lernen einer fremden Sprache. Und das gilt
natürlich auch für die Kunst der Bilder und des Bildermalens.
Der Aufruf zur Kinderbilder-Ausstellung - „malt für die Zukunft unserer
Welt!" - war zugleich ein Aufruf an die jungen Menschen, ihren eigenen
Blick zu überprüfen, von dem wir Erwachsenen eigentlich doch herzlich wenig
wissen, wenn wir schönfärberisch davon sprechen: „Die Welt mit
Kinderaugen" zu sehen. Vielmehr erfahren wir Erwachsenen aus den Bildern
sehr authentisch etwas über die Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen. Sie
lehren uns, wie aufmerksam, kritisch und differenziert die Kinder und
Jugendlichen ihre, die Welt sehen. Vor allem lernen wir etwas über die - von
uns und für uns Erwachsene - gestaltete Lebensumwelt. Hier eröffnen uns die
Bilder eine neue Welt, und fordern auf, uns in die Perspektive von Kindern
hineinzudenken.
Ich wünsche der Kinderbilderausstellung einen großen Erfolg und viele
interessierte junge und junggebliebene Besucherinnen und Besucher.
Christina Weiss